Fehler beim Girokonto
Fehler Nr. 1: Falsche Wertstellungen
Wertstellung (Valuta oder Valutadatum) bezeichnet im Bankwesen die Festsetzung des Datums, an dem eine Gutschrift oder Belastung auf einem Konto zinswirksam wird.
Uns ist aufgefallen, dass insbesondere in den Jahren vor der Jahrtausendwende Konten bei einer Überweisung noch vor der eigentlichen Buchung belastet wurden. Ein Beispiel: Ein Kunde tätigt am 6. November, einem Montag, eine Überweisung von 1.365 EUR. An diesem Tag wird der Betrag auch von der Bank gebucht. Wertgestellt, d.h. zinswirksam vom Konto abgezogen, wird der Betrag aber schon am 2. November, also vier Tage früher. Für Bankkunden, deren Konten im Minus stehen, bedeutet dies, dass sie für diesen Betrag vier Tage länger Zinsen zahlen. Umgekehrt wurden Gutschriften erst Tage nach der Buchung dem Konto wertgestellt. Hierzu gibt es aber seit langem eine klare Rechtssprechung: Buchung und Wertstellung müssen an einem Tag erfolgen.
Wenn wir bei diesem Beispiel bleiben, hat der Kunde - bei durchgehend 15% Sollzinsen und quartalsmäßiger Abrechnung - in 25 Jahren an Zinsen zuviel gezahlt: 2,28 EUR. Das ist nicht viel.
Aber dazu kommen noch die Zinseszinsen, die ebenfalls quartalsmäßig anfallen.
Ergebnis: Der Kunde zahlt über 95 EUR - nur für diese einmalige falsche Wertstellung.
Und da dieser "Fehler" nicht einmalig begangen wurde, überlassen wir es vorerst Ihrer Phantasie, welche Beträge sich allein aufgrund falscher Wertstellungen summieren. Ihre Phantasie wird auf der Folgeseite mit dem Thema 'Bankgebühren' noch etwas mehr beansprucht. Und bei dem Thema 'Zinsen' wird es erst recht spannend!